Insel
Strömende Dünenlandschaften, das Vogelparadies namens Kroons Koog, große Laub- und Nadelwälder, abwechselnde Küsten und die unendliche Sandfläche Vliehors, die Sahara des Nordens – das alles ist das kleinste Friesische Insel Vlieland. Die Insel misst nur noch 12 km in Länge, ausschließlich des 8 km langen Vliehors – eines riesigen mit feinem Flugsand bedeckten Gebiets im westlichen Teil – und maximal 2 km in Breite.
Besucher fühlen sich auf Vlieland ziemlich schnell wie zu Hause, denn die Insel ist übersichtlich, und es gibt hier ein einziges Dorf. Deutlich markierte Wander- und Fahrradwege machen die Insel und deren Naturreservate zugänglich und bieten Einsicht in die abwechselnde Flora. Sogar während der Hochsaison, wenn alle Unterkünfte bis an das letzte Bett ausgebucht sind, bleibt die auf der Insel herrschende Atmosphäre durchaus gemütlich. Die Insel kennt keine belebten Ausgangsstraßen, und es gibt hier kaum Autos. Besucher dürfen nur ihre Fahrräder mitnehmen und müssen ihr Auto auf dem Festland stehen lassen.
Früher gab es auf Vlieland zwei Dörfer, nämlich West- und Ost-Vlieland. Im 17. Jahrhundert, als die Insulaner hauptsächlich von dem Walfang lebten, wohnten auf Vlieland mehr als siebzig Kommandeure von Walfangschiffen und eine Anzahl von Kapitänen von Handelsschiffen.
Dank deren günstiger Lage an dem Seeweg namens Vlie, auf dem Handels- und Kriegsschiffe vor Anker gingen und auf günstigen Wind warteten, ging es Ost-Vlieland gut. West-Vlieland fiel demgegenüber der ständig an die Küste schlagenden See zum Opfer.
Im 19. Jahrhundert kam die Blütezeit Vlielands zu Ende. Reeder entschieden sich immer öfter für das Festland. äcker kannte Vlieland nicht, und durch Fischfang konnte kaum noch etwas verdient werden. Um diese Zeit zog man sogar ernsthaft in Erwägung, ob man die Insel nicht in der See verschwinden lassen sollte, dadurch dass man der See einfach keinen Widerstand mehr leisten würde. Man dachte darüber nach, weil die Erhaltung der Insel recht teuer war. Der seit den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufblühende Tourismus bedeutete die Rettung für die Insel und deren Einwohner.